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Kolumne No. 6 (jun2011)

Techno und die Flimmerkiste

Elektronische Musiker in Kino & TV
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Berlin Calling

CHEMICAL BROTHERS @ “Wer ist Hanna?” (2011)
PAUL KALKBRENNER @ “Berlin Calling” (2008)
DEADMAU5 @ “Gossip Girl” (2011)
PETE TONG @ “Human Traffic” (1999)
… @ …

Dass Musiker auch im Kino & TV ihr Glück versuchen, ist keine Weltneuheit. Rock’n’Roll-Legende Elvis Presley und Pop-Diva Madonna performten mehr oder weniger überzeugende Hauptrollen in sehr erfolgreichen Kinofilmen. Die Pop-Giganten BEATLES und ABBA spielten sich quasi selbst und lockten Millionen in die Kinosäle und vor die Fernseher. Die Rap-Größen 50 Cent und Eminem ließen ihre Lebensgeschichte für gutes Cash auf die Leinwand bannen – und spielten sich dabei ebenfalls selbst. Trotz aller miesen Kritiken. Auch Rolling Stones Leadsänger Mick Jagger wagte sich vor die Kamera.
Musiker bereichern nicht nur mit ihrer physischen, schauspielerischen Präsenz die Kinowelt, sondern auch mit eigens arrangierten Kompositionen und Hits. Was wäre „Yellow Submarine“ ohne die Hits der Beatles, „8 Mile“ ohne die Flows von Slim Shady? Und der ABBA-Film ohne „Dancing Queen“ ist höchstens was für Helge Schneider Fans,-)
Natürlich hat diese mediale Entwicklung nicht vor der elektronischen Club-Szene haltgemacht. Nachdem Techno im Mainstream ankam – in den 90ern – gab es die ersten Überlegungen, diese neue stil- und generationsbildende Musik auch in Film & Fernsehen einzubinden.
Diese Kolumne erzählt, was Electro-Musiker und DJs in der Flimmerkiste so alles treiben.
Der lustige britische Jugendfilm „Human Traffic“ von 1999 ist sozusagen der gutherzige Zwillingsbruder von „Trainspotting“. Zwar geht’s auch hier um exzessive und berauschte Party-Nächte und Freundschaften, aber alles noch im harmlosen, humorvollen Bereich. Das Werk sprüht geradezu über von Techno, Jungle und Dance. Es macht Spaß, ihn zu gucken, man wippt mit zu legendären Klassikern von Orbital, Aphrodite oder CJ Bolland. Music-Supervisor für diesen Streifen war übrigens kein Geringerer als der englische DJ-Godfather Pete Tong. Grade die Älteren unter Euch werden diesen Film zu schätzen wissen, der die gute alte Zeit porträtiert.


(Trailer zu „Human Traffic“)

2008 kam „Berlin Calling“ in die Kinos und wurde ein Mega-Erfolg der guten neuen Zeit. Ebenso wie der gleichnamige Soundtrack von Paul Kalkbrenner, der hierfür seine ältere Sachen re-mastered und neu aufgepeppt hatte. Man kann ja von Kalkbrenners Musik halten was man möchte. Für die Einen ist seine monotone Art einfach nur genial, andere halten ihn für musikalisch limitiert. Jedoch reißt der Film beim Sehen mit, auch soundtechnisch. Inwieweit die Figur des DJ Ickarus Parallelen zum echten „Icke“ aufweist, bleibt wohl das Geheimnis des Paul K.


(Trailer zu „Berlin Calling“)

DJ Deadmau5 aus Ontario (Kanada) ist in Europa nur den wenigsten Techno-Liebhabern ein Begriff. Doch zu seinen außergewöhnlichen und stets catchy Beats gefeiert ham se wohl alle schon mal. Ich bräuchte euch jetzt nur 1 oder 2 Sachen der DJ-Maus anspielen – und ihr würdet sagen: „Aah! Nu klar! Kennen wa doch!“ Deadmau5 hat sich nicht nur als Remixer und steiler Produzent von Club-Hits einen Namen gemacht, sondern auch dank seiner lustigen blauen Maus-Ganzkopfmaske – ähnlich maskiert wie Disco Dice, Daft Punk, Slipknot oder Zorro. Grade diese blaue Maske war es, die ich sofort erkannte. Obwohl sie nur wenige Sekunden lang im Bild war, das war in der aktuellen 4. Staffel der US-Teenserie „Gossip Girl“, die ich gemeinsam mit meiner Freundin sah. Dazu ratterten die bekannten Beats über die Audiospur. Nach kleiner Recherche war es bestätigt. Deadmau5 legt doch tatsächlich auf einer High-Society-Party in New Yorks Upper East Side auf – zumindest in der TV-Serie. Real vermutlich auch.


(Deadmau5 @ „Gossip Girl“)

Grade den Machern von „Gossip Girl“ muss ich hiermit ein musikalisches Lob aussprechen. Die Musikauswahl der Produzenten ist einmalig: Genre-übergreifend, aber immer ansprechend. Selbst die meisten Rock-Songs gefallen mir in der Serie. Viele weitere Musiker und Bands hatten bisher Gastauftritte bei „XoXo“: Die schwedische Sängerin Robyn mit einer Ballade oder Gwen Stefani mit ihrer Ex-Band No Doubt.
Von der Welt der Serien zurück ins Kino. Neulich kam der Action-Thriller „Wer ist Hanna?“ in die Lichtspielhäuser. Eine finnisch-amerikanische Produktion, die jedoch der „Jason Bourne“-Reihe zweifelsohne das Wasser reichen kann und mit hochkarätigen Schauspielern besetzt wurde: Eric Bana, Olivia Williams, Martin Wuttke. Die komplette Musik zum Actionkracher produzierte das britische Techno-Duo The Chemical Brothers, den letzten Ahnungslosen spätestens seit ihrem internationalen Smash-Hit „Galvanize“ (2005) ein Begriff. Bereits beim Gucken von „Hanna“ sagte ich mir: „Den Soundtrack musst du dir besorgen.“ Der Aha-Effekt kam, als ich sah, dass alle Tracks für diesen Film von der Chemischen Bruderschaft stammen.


(Trailer zu „Wer ist Hanna?“)

Dies waren nur einige ausgesuchte Beispiele für die Verbindung von Techno und Film. Es gibt in diesem Bereich noch viel mehr zu entdecken.

Also dann, Freaks und Freunde! Viel Spaß beim Gucken und Hören!

von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:

http://www.youtube.com/watch?v=fc0kPAPNahU
(Trailer zu „Human Traffic“)

http://www.youtube.com/watch?v=drdf8OeBUUM
(Trailer zu „Berlin Calling“)

http://www.youtube.com/watch?v=K3BQuWqaRhI
(Deadmau5 @ „Gossip Girl“)

http://www.youtube.com/watch?v=ugireeCoYyU
(Trailer zu „Wer ist Hanna?“)

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“Fun-A-Tisch”

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Kolumne No. 5 (may2011)

FAITHLESS hören auf

Tonangebende Electro-Band beendet Karriere

GOD IS A DJ
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Faithless

Maxi Jazz verkündete das baldige Karriere-Ende vor einigen Wochen auf der Homepage der britischen Formation um Sister Bliss, Rollo und besagtem Frontmann. Faithless prägten Jahrzehnte elektronischer Tanzmusik. Ihre Chart-Hits „Insomnia“, „Salva Mae“, „God Is A DJ“ „Become One“ oder „Sunday 8PM“, aber auch weniger bekannte Teile wie „I Want More“ oder „Tarantula“ waren und sind tonangebend.
Fast kein Musik-Produzent auf der Welt würde behaupten, er wäre nicht vom Sound von Faithless zumindest einmal komplett geflasht gewesen. Der technisch gute Rap von Lead-Sänger und Rapper Maxi, dazu die krassen Rhyhtmen aus den Maschinen und Synthies von Sister und Rollo. Das war’s. Die Ärzte auf elektronisch. 3 Mann und eine stilprägende Techno-Erfolgsgeschichte.
Gottseidank hab ich das Trio zumindest noch einmal kurz live erleben dürfen, auf dem SMS 2010, Faithless live on Stage. Doch da sie grade den wirklich schon zum Evergreen gewordenen Ohrwurm „Insomnia“ spielten, und ich lieber auf eher funky-groovigen Style a la Cocoon-Zelt Bock hatte, blieb es bei den paar Minuten. Aber war schon cool. Nach dem Ende der aktuellen Europa-Tournee ist dann Schluss. Faithless spielen im August 2011 auf Ibiza im „Space“ ihren letzten Gig. Ob’s da noch Tickets gibt?

Ich verabschiede mich in Demut vor dieser genialen Combo! Long live Faithless! Es bleibt eine großartige Zeit zurück.

„For Tonight – GOD IS A DJ“

von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:
http://www.faithless.co.uk/news.php?id=404

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Bilder – Musikmesse 2011

Bilder – Musikmesse 2011

Der Technik hinterher
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Musikmesse 2011

Kolumne No. 4 (mar2011)

Das Internetradio

Freak’s Umfrage: Umfrage: Welches Internetradio hörst Du?
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Internet-Radio

Seit Jahren liegen sie im Trend: Internet-Radios. Nicht nur die traditionellen Radio-Sender wie Sunshine LIVE, MDR Sputnik oder Kiss FM stellen ihre Sendungen auch online via Podcast oder Audiostream zur Verfügung. Nein, im letzten Jahrzehnt sind vor allem die Sparten-Radiosender wie Pilze aus dem Internet-Humus geschossen. Also auch jede Menge Techno- und Electronica-Net-Stationen.
Ich habe als Kind und Jugendlicher immer gerne die Wochenend-Live-Sets auf Sputnik gehört. Stets die ganze Woche auf die grad mal 2 – 5stündigen Live-Übertragungen der Top-DJs gefreut – und mir im Inneren stets gewünscht, dass man irgendwann mal über sein Radio den ganzen Tag Techno, House und Electro über den Äther lauschen könnte.
Heute ist es soweit: 24/7 Techno, wenn man will. Besonders die elektronische Musik-Szene und Internet-Radio gehören schon thematisch zusammen, eine Technik zum Hören von technischer Musik.
Es gibt eine unübersichtliche Zahl von Internet-Radios, die auf Electronica spezialisiert sind. Werbefreie, kostenpflichtige, kostenlose.

Meine aktuellen Lieblings-Sender sind:

1. ETN.FM House: u. a. Shows wie DJ Shah: „Mellowmania Deluxe“, Tiesto “Club Life”
2. ETN.FM Trance: Kenneth Thomas: “Obsessions”, Nick Rider: “Moonmusic”
3. Frisky Radio (Electro, Minimal, Techno, Progressive, Ambient, House etc.)
4. Shouted FM (House)
5. BassDrive (D’n’B)

Es gibt natürlich noch Hunderttausende mehr. Umair, Ein guter Kumpel von mir hat mir erst neulich gezeigt, dass er über 10 000 Internet-Radiosender auf seinem IPod empfangen kann. Nicht schlecht,-)
Anstatt Euch hier mit der klassischen Geschichte der Internet-Radios zu langweilen, will ich lieber mal erzählen, wie ich selber das 1. Mal auf den ersten 24/7-Radiosender gestoßen bin.
Es war Ende der 90er, Buschi – ein weiterer guter Kumpel von mir – zeigte mir, wie man auf dem alten TV-Receiver die Audio-Kanäle der einzelnen TV-Sender verstellen kann. Und beim damaligen Sender DSF konnte man schließlich seinen Fernseher auf „Evosonic“ tunen. Dieser Frankfurter Kult-Sender spielte vor einigen Jahren eine Vorreiterrolle in der deutschen Internet-Radio-Szene. „Evosonic“, auch online empfangbar, spielte den ganzen Tag nur „Schranz“, Baller-Mucke – wie man es auch immer bezeichnen möchte. DJ Chris Liebing war ein Stammgast bei „Evosonic“ und prägte damit einen Sound für kommende Jahre. Auch mein TV-Gerät wurde erstmal schön durchgerüttelt von stampfenden Bässen á la Felix Kröcher. Erstmalig konnte ich also wann immer ich wollte Techno hören.


(Chris Liebing über Evosonic)

Als ich später dann auch über eine gute Internet-Connection verfügte, war der Zeitpunkt bald gekommen: Erst hörte ich Sunshine LIVE, später dann forschte ich nach anderen Internet-Radiosendern und stieß auf meine kleinen Favorites, von denen oben nur eine kleine Auswahl steht. Selbst ein reines Daft Punk Web-Radio gibt es.

Welches Internetradio hörst Du? (Geheimtipps erwünscht)

Schreibt uns:
kolumne[at]freakmuzik.net
oder über Soundcloud, Twitter, Myspace
all @ FreakMuzik(.net)!

von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:
Linklist is coming soon.

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Kolumne No. 3 (jan2011)

Freak’s Literatur-Tip: Tödliche Es und fette Beats

Als aus „My House Is Your House“ ein Roman wurde
Hugh Brune: “Fette Beats”, 1999, Knaur Verlag

Wenn ein britischer Krimi auf Techno trifft …
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Fette Beats

Ich war in der Uni-Mensa. Manchmal verkaufen lokale Buchhändler dort ihre Restbestände
für wenig Geld, wie an jenem Wintertag vor einigen Jahren. Und dieses Buch starrte mich
förmlich an: „Fette Beats“ von Hugh Brune. Noch nie was von dem Roman oder dem Autor
gehört. Ich erwarb es für 2.99 €, guter Deal, 15 DM stand auf dem Cover. Hier entnahm ich
auch der Inhaltsangabe, dass es sich um eine Krimi-Story über das Londoner Techno-
Nachtleben handelt. Gute Wahl, dachte ich mir und brachte das Teil nach Hause.

Seitdem stand das Werk jahrelang unberührt im Bücherareal meines Zimmers. War
stummer Zeuge von wilden Privat-Partys, langen Studiennächten, musikproduzierenden
Nächten. Vor einigen Wochen war es dann soweit: Hab grad im Moment etwas Zeit, kann ja
mal etwas Romanliteratur lesen, sch0ss es mir in den Sinn. Etwas Abwechslung zur
monotonen Wissenschaftsliteratur meines Studienfachs. Doch wie es meine
wissenschaftliche Art ist, schaute ich vor Lesebeginn ins Impressum des Buchs. So so, 1999
bereits auf Deutsch erschienen. Stellte mich also mental auf die Endneunziger-Techno-Zeit
ein. Aha, 1998 im Original unter dem Titel „My House Is Your House“ veröffentlicht.
Interessant, sofort spulte mein Kopf die Hook dieses House-Hits ab. „… And your House Is
Mine!“ Muss mal wieder das Klassikerteil von DHS zu Hause hören, dachte ich mir dann.
Ok, weiter… Es geht ja schließlich um einen Literaturtip hier. Aber einen abgefreakten,
darum geht das schon klar …

Der Roman fesselt sofort. Bereits auf den ersten Seiten wird ein E-Trip der besonderen Art
beschrieben, mitten im Club fangen die Beine an wie von selbst zu tanzen …

Die Hauptfiguren sind John, ein technoliebender Friseur und Nick, ein junger Journalist. Die
beiden Freunde aus London ziehen schon seit Jahren durch die Clubs, immer auf der Suche
nach frischen Sounds. Dank eines Tips aus der Unterwelt geht Nick einer heißen Spur nach.
Es geht um tödliche Ecstasy-Pillen und einem verrückten Komplott dahinter. John lernt
unterdessen auf einem Rave Sally, das Mädchen seiner Träume kennen und lieben. Aber sie
will mehr von Nicks gefährlicher Recherche erfahren und begleitet ihn bald auf seinen
Touren …

Wer einen locker geschriebenen, am Puls der End-90er hängenden und unglaublich
technoiden Krimi-Roman lesen möchte, dem ist die Geschichte „Fette Beats“ von Hugh
Brune nur zu empfehlen. Über den Autor konnte ich bisher kaum was in Erfahrung bringen,
es gibt z. B. keinen Wikipedia-Eintrag über ihn. Doch laut imdb.com soll er Drehbuchautor
in Hollywood für einige TV-Serien sein. Ich glaube, dass viele autobiographische Einflüsse
von Hugh in diesem Werk Eingang gefunden haben, was das Werk noch cooler, lesbarer und
authentischer macht.

Neugierig? Kostprobe gefällig? Gut, also das Buch klingt in etwa so:

„… diese Tapes! Irgendwelche Radiosender liefern irgendwelche Live-Sendungen von irgendwelchen DJ-Raves aus irgendwelchen Clubs. Und irgendwelche Leute sitzen daheim vor ihren Radiorecordern, drücken auf REC und nehmen diese Musik auf. Da ein Tape nur eine begrenzte Spielzeit hat, muten diese aufgenommenen DJ-Sets wie ein einziger langer Track an. So als ob er unendlich lang wäre, kein Anfang und kein Ende hätte. Und du, der nun eins dieser Kassetten bei sich im Zimmer hört, denkt sich dann: ‚Hmm, ist vielleicht die Botschaft von diesem Tape: Ja, mein Freund, dieser Mix ist unendlich! Und Du, Du wirst nur einen winzigen Bruchteil von diesem Set zu hören bekommen!‘

Tja, diese Tapes …!“

von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:
http://tinyurl.com/4ytkntr
Fette Beats von Hugh Brune auf Amazon kaufen

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Kolumne No. 2 (dec2010)

Eat, Pray, Listen

Wenn Aphex Twin mit Julia Roberts kollidiert
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Eat, Pray, Love

Ehrlich, ich hätte mir den Schmalzstreifen „Eat, Pray, Love“ mit Julia Roberts in der Hauptrolle niemals reingezogen – wenn ich Single wäre. Doch aus Liebe zu meiner Freundin war es vor einigen Tagen soweit: Ich sah ihn also, diesen Film, der vermutlich ohne dieser millionenschweren Werbekampagne nie ins öffentliche Bewusstsein gedrungen wäre. Doch angesichts qualvoller, pseudo-spirituell angehauchter TV-Werbeund Radiospots schleiften die Frauen dieser Welt ihre Männer, Freunde, Lover, Affären etc. ins Kino, um diesem „tiefsinnigen Blockbuster“ und seinen Machern den erwarteten materiellen und weniger spirituellen Geldregen zu geben.

Nun, aus cineastischer Sicht gibt es von mir als Hobby-Filmexperten nur ein Fazit: Die Kinowelt könnte auch ganz gut ohne „Eat, Pray, Love“ leben. Doch aus musikalischer Sicht gab es doch ein interessantes Detail zu beobachten. Mitten in einer romantisierten Szene, in der Julias zweiter flachgelegter Lover des Machwerks so was wie einen Theaterschauspieler schauspielert (äh, ja!;-), erklangen sie: Diese eigenartigen, einzigartigen, unverwechselbaren Harmonien und Flächen. Layer aus einer anderen Welt, wundervolle Synthie-Klangflächen, die nicht nur die Filmszene untermalten, sondern auch mein Gehirn rattern ließen: „DAS kennst Du doch? Ist es, nein … oder?! Doch, es ist Aphex Twin! Vermutlich eins seiner Selected-Ambient-Werke“, zog ich mein eigenes Fazit. Ich harrte geduldig aus, wartete auf den Abspann – und stoppte das Movie dann zielgenau. Bei den Musikcredits stand es: „Aphex Twin – ‘Parallel Stripes‘ – Composed by Richard James“. Ich wusste es also.

Hinter dem Pseudonym Aphex Twin steckt der britische Komponist Richard D. James. Ein Musikgenie unserer Zeit, der bereits im Alter von 12 Jahren eigenhändig Keyboards baute, sie zerlegte, wieder zusammenschraubte. Nur, um die festgelegten Töne zu verändern. Dieser kranke Typ, der bereits mit Kochtöpfen und Metallstangen musizierte. AFX – eines meiner Jugendidole. Während andere die Onkelz, die Fantas oder Metallica aufgrund ihrer Texte verehrten, lief ich morgens in die Schule mit dem „Drukqs-Album“ und gefühlten 350 bpm im Ohr. Aphex Twin offenbarte sich mir im Alter von 16 wie in einer kirchlichen Predigt mit Gospel-Gesang: Er zeigte mir, welche Anforderung mein tiefstes Inneres wirklich an Musik stellt: Es geht NUR um DEN TON. Akustik und Sound sind ALLES, was ich zum Abgehen brauch, ich fand meine musikalische Heimat nach jahrelanger Suche. Aphex kann Töne digital zermahlen, aufdröseln, dann wieder ineinander verketten, verschmelzen lassen. Dank ihm weiß ich heute, dass ich aus einem einzigen platschenden Regentropfenton alle Elemente für einen Electro-Track machen kann: Kick, Snare, Hihat, Toms und Bongos. Im Laufe der Jahre lernte ich persönlich
viele weitere Aphex-Fans und Enthusiasten kennen. Heute weiß ich, dass es weltweit vermutlich Millionen von AFX-Jüngern gibt.

„Ok, alles super. Doch was hat dieser Ton-Crasher mit den wunderbar harmonischen Flächen einer Julia-Roberts-Schnulze zu tun?“, hör ich den Leser jetzt fragen. Gute Frage, cleverer Sonny-Boy! Ich erklär es dir:

Da Aphex halt nun mal ist, wie er ist, kann er ALLES. Und ich kenn halt fast alles von ihm. Sein Repertoire reicht von stampfendem 4-4-Techno über HipHop-Breaks hin zu Klaviersonaten und Ambient-Sachen. Und genau ein Track der Selected-Ambient-Reihe, die Richard bereits Ende der 80er veröffentlicht hat, wurde von den Machern von „Eat, Pray, Love“ auserwählt. Ich revidierte meine Meinung über die Filmproduzenten ein wenig. „Immerhin bewiesen sie Musikgeschmack“, teilte ich mir und meiner Freundin mit, die den kompletten Film übrigens nicht toll fand.

Als ich einem guten Freund, den Produzenten SDfromheaven aus Magdeburg von der Sache erzählte, meinte der nur cool: „Klar, Aphex macht doch auch Musik für Computerspiele und hat noch tausend andere Projekte am Laufen. Außerdem muss der aufgrund der Tantiemen nur so im Geld schwimmen.“ Genau, dachte ich mir. Ohne Glamour und Starkult reich wurde dieser AFX, der vor einigen Jahren Besucher des angesagten Ministry-Of-Sound-Clubs in London von seiner Wohnung aus mit Wasserbomben beschmiss. Gemeinsam mit Squarepusher, …glaub ich. ;-P

von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:
http://www.imdb.com/title/tt0879870/soundtrack
Original Soundtrack – Eat, Pray, Love auf www.imdb.com

http://www.laut.de/Aphex-Twin
Aphex Twin auf www.laut.de

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Kolumne No. 1 (nov2010)

Rother vs. Beaport – Runde 1

Wie eine kleine Mail große Wirkung erzielt
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Anthony Rother

So, so. Nun ist es also soweit. In unserer heutigen digitalisierten Onlinewelt, in der physische Tonträger wie Vinylscheiben oder CDs immer mehr an Bedeutung verlieren, fangen nun auf einmal an, die DJs und Musikproduzenten freizudrehen. Nicht nur bei ihren Shows und Gigs mit den Partypeople, was der Technoseele durchaus gut tut.

Nein, jetzt hat sich Anthony Rother, Produzent und DJ von Sven Väths Label Cocoon öffentlich mit Beatport angelegt. Beatport.com ist der weltweit größte Onlineanbieter im
Bereich Technomusik – besetzt damit quasi eine monopolhafte Stellung in diesem unüberschaubaren Pool von Internet-Musikanbietern von Amazon bis Itunes. Der Frankfurter DJ Rother meinte kürzlich gegenüber Raveline, dass er absolut unzufrieden ist mit dem Umgang von Beatport mit seiner Musik – um es noch milde auszudrücken. In einer offenen E-Mail sagte er wörtlich:

„Fuck You, Beaport! Ihr macht euch bei gefühlten 50 Trilliarden Tracks immer ganz genau Gedanken über die Kategorie von jedem einzelnen Track ????????????? Damit alles im BEATPORT Portal richtig sortiert ist ????????????????.“

Der Hintergrund: Zunächst waren Rothers Tracks unter der Kategorie „Minimal“ gehostet, wo sie in den betreffenden Charts aufgrund guter Downloadzahlen stetig nach oben gingen. Dann jedoch kategorisierte das Beatport-Team ohne Absprache mit Anthony die Songs neu, diesmal waren sie im Bereich „Techno“ zu finden. Die Folge: Rothers gute Chartplatzierung ging flöten, was in dem heißen Konkurrenzkampf der (mp3-)Musikwelt schon mal ganz reale finanzielle Negativauswirkungen für einen professionellen Producer haben kann. Daraufhin war Rother so erbost, dass er die giftige Mail an die Beatport-Redaktion schickte.

„So what?“, könnte manch einer jetzt sagen. Doch dieser Fall offenbart mehr als nur einen einmaligen Wutanfall eines Electronica-Profis. Es geht um etwas Fundamentales: Nämlich um das Verhältnis von Musikern, ihrer Kunst, den Kontakt zu den Käufern und Fans – und den faktischen Schaltstellen dazwischen: Musikhändler wie Beatport. Wenn nämlich Letztere eigenwillig ohne Absprache mit dem Künstler vorher vereinbarte Agreements ändern, was zu (finanziellen) Lasten des Künstlers geht – dann kann man derartige Rother’sche Verbalentgleisungen nachvollziehen. Bereits halb-professionelle
Musiker (wie z. B. die Freakmuziker) kennen das Problem mit den OnlineMusikanbietern. Da werden ganze zum Verkauf angebotene Alben kurzfristig aus dem Programm genommen, Künstler-Links permanent verändert etc.

Doch räudiges Jammern hilft hier nicht: Der Blick geht nach vorn, die digitalen Zeiten sind nun mal da. Es gibt prinzipiell nur eine Lösung für alle Musiker da draußen: Wir müssen mit Qualität überzeugen, gute Kunst abliefern, die dann auch trotz administrativer Schieflagen ihre Hörer findet. Frei nach dem Rapper Olli Banjo: „Qualität, das einzige Mittel gegen Datenklau.“

von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:
http://www.raveline.de/news/anthony-rother-says-f-you-beatport-nach-hack-attacke-wieder-online/
Rother vs. Beaport – Runde 1

Kolumne – Ankündigung

kolumne

Warum diese Kolumne? Tja, FreakMuzik! verbindet Tradition und Moderne, um es mal in abgedroschenem FAZ-Deutsch zu sagen. Kolumnen sind so alt und traditionell wie das Pressewesen. Und Internet-Kolumnen sind so jung und modern wie das Netz.

Fuck it: Von jetzt an präsentiert FM!network die FREAK-KOLUMNE!
FreakMuziker schreiben über Themen, die ihr für interessant haltet: Musik, Filme, Bücher, Technik, Gesellschaft – aber natürlich liegt der Fokus auf der abgefreaktesten Muzik von allen: Der Elektronischen Musik-k-k Tscha Musik-k-k Tscha!

Themenvorschläge an kolumne[at]freakmuzik.net

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Hello Freaks!

Willkommen auf der Homepage von FreakMuzik! (kurz: FM!).

welcome back

Dies ist der erste richtige Artikel und zeitgleich der Startschuss für die neue Webpräsenz des FM!network. Wir werden Dich stets auf dem Laufenden halten bezüglich elektronischer Musik, Clubkultur, Lifestyle und multimedialer Technologien. Unsere Homepage basiert auf der Blogsoftware WordPress. Sie wurde zu unseren Zwecken teils um programmiert und mit diversen Plugins erweitert. Du erreichst uns unter folgenden Domains: “www.freakmuzik.net”, “www.freakmusic.net” und “www.freakmusik.net”. Für den Inhalt der Seiten ist die FM!network GbR verantwortlich. Für den Inhalt der Artikel, bzw. Zitate diverser Quellen sind die entsprechenden Autoren bzw. Urheber verantwortlich. Wir wünschen Dir nun viel Spass beim Abbonieren, Diskutieren, Kommentieren, Stöbern und so weiter.

“come in and freak out”

[FM!-Team]

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