Reportage: MAYDAY 2013 3


Reportage: MAYDAY 2013

Das war die diesjährige MAYDAY: Mega-Gigs der großen DJs

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WESTBAM – KLAUDIA GAWLAS – SVEN VÄTH – ATB

MEMBERS OF MAYDAY – FERRY CORSTEN – ARMIN VAN BUUREN – NIEREICH

Ein subjektiver Festival-Bericht: Freakmuzik-Reporter DiSTrActeD B @ MAYDAY 2013!

30 Dinge! Es ging voran wie ein Meteorit! Wetter? Tja, es war schon etwas bewölkt und regnerisch als die MAYDAY 2013 ihre Pforten öffnete. Aber zum Glück ist das traditionelle Mini-Festival ja überdacht. Deutschlands größter Indoor-Rave brannte auch in diesem Jahr wieder alles ab. Wie immer in Dortmund, der BVB-Stadt, in den Westfalenhallen. Und es war richtig geil! Zu alt für diesen Mist?! Niemals !!!

105-bd-2013-06-27_20130429_1913709979Am letzten April-Wochenende war ich das erste mal auf der MAYDAY – gemeinsam mit meinem Kumpel SD from Heaven! Wow, ich muss Euch sagen: Ein Tanzvergnügen der Extra-Klasse! Was für eine Kulisse, was für DJs! Was für coole, offene, symphatische Leute! Was für ein Sound! Und sehr gut klimatisiert war der Schuppen auch noch! Hut ab!

[ © by Benjamin Diedering, Fotograf für http://www.erwischt.org ]

 

Mein Spezi SD war bereits 2012 das erste Mal auf der MAYDAY, wie ich euch bereits in der Februar-Kolumne “MAYDAY 2013: Vorfreude auf’s Raven” verraten hatte. Wir 2 kamen recht früh an, schon um 19 Uhr waren wir an unserem Ziel. Schnell rein, Jacken abgeben und dann auf in den Tanz in den Mai! Auf den ersten Blick beeindruckte die gesamte Kulisse ungeheuer! Riesengroße Hallen, 5 Stages, jede Menge Platz zum Tanzen auch bei Tausenden von Dancern, dazu mehrere tausend Sitzplätze zum Chillen. Speziell die Sitzreihen, die um die Haupt-Stage ARENA gezogen waren, boten bequemen Sitzkomfort sowie einen guten Überblick auf die Party-Crowd. Dazu an jeder Ecke eine Bar, ich hab noch nie soviel Desperados aus Büchsen getrunken wie an jenem Abend. Das sollte sich rächen!

Los ging’s mit ATB. Der Bochumer Trance-Star ist seit den 90ern in der Techno-Szene aktiv. Viele ältere Semester werden noch seine Charthits kennen. Doch mein Kumpel SD hatte mir schon zuvor gesagt: “ATB kann man sich live immer reinziehen. Der spielt nicht seine Retro-Hits, sondern rockt gut ab!” So war es auch: ATB spielte ein sehr gutes Set, brachte sowohl Trance-Elemente als auch neuste Clubhits. Er spielte sogar den aktuellen MashUp “Porter Robinson vs. Coldplay — Every Language is a Waterfall (TeeTs & Henry Fong Mashup)”, den ich Euch, den treuen Freakmuzik.net-Lesern erst Ende April in meiner Kolumne “A New Generation of Techno” vorgestellt hatte. Der Wahnsinn! ATB rockte gut! In der Trance & Techno-Szene Nordamerikas ist ATB schon seit Jahren ein Mega-Star, weitaus erfolgreicher und größer als hierzulande.


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ATB

Nach ATB hieß es sich erstmal zu orientieren. Wir feierten ab auf den Stages EMPIRE und TWENTY DOME. Mein persönliches Ziel war es 2 weitere Top-Acts zu hören: Natürlich durfte SVEN VÄTH nicht fehlen. Auch den britischen DJ GARETH EMERY wollte ich mir geben. Aber mein riskanter Alkohol-Konsum machte diesen Plan zunichte. Das konnte ich mir abschminken, den Plan musste ich durch die Flinte pi**en. Denn ich war einfach nur blau und absturzgefährdet: Mitten in der Nacht hing ich in den Seilen, auf einem Sitzplatz auf der Tribüne in der ARENA. Mein Hör-System war jedoch immer noch aktiv, so hörte ich FERRY CORSTEN, ARMIN VAN BUUREN und die MEMBERS OF MAYDAY immer noch schemenhaft in meinem Alkoholrausch säuseln. “Geile Mucke!”, das dachte ich mir, auch wenn ich gleich losreiern könnte. Glücklicherweise war ich so um etwa 3 Uhr wieder halbwegs fit und erneut tanz-fähig. Durch SMS-Navigation fand ich schließlich meinen Amigo SD wieder, den ich vor meinem Absturz verloren hatte. Glücklicherweise kam SD in den Genuss des Sets von SVEN VÄTH: 

“Sven Väth – eine Legende. Seit über 30 Jahren DJ, spielte er auch dieses Jahr wieder auf der ebenso legendären Mayday. Wie immer merkte man beim DJ-Wechsel sofort: jetzt spielt der Sven. Zum Einen weil die zahlreichen Fans ihn mit herzlichem Applaus begrüßten, zum Anderen weil sein wandlungsfähiger, aber immer einzartiger Stil ihn sofort entlarvte. Progressiv und immer voller Überraschungen brachte er die Menge zum Tanzen, Träumen und Staunen. Er hob sich von vielen Künstlern des EMPIRE deutlich ab, da sein Set nicht einfach nur straight forward war, sondern ein buntes Spektakel exotischer, neuer aber dennoch kraftvoller Klänge bot. Die Einflüsse von Ibiza-House waren deutlich hör- und spürbar und erzeugten einen einzigartigen Vibe.”
(Vielen Dank an SD from Heaven für diesen Gast-Kommentar. Freak-Firma dankt!)

http://mixing.dj/2013/livesets/mayday-2013-sven-vath-live-set/

sven-vath

SVEN VÄTH

Gemeinsam zog es uns zu WESTBAM! Was für eine Ansage! Jeder DJ wird von einem eigens für die MAYDAY produzierten Jingle mit Effekt-Stimme angesagt. Als WESTBAM kam wurde es sehr laut. Es schallte wohl noch bis in die Gebirge Chinas: “Here comes WEEEEEST … BÄÄÄÄMM !!!” Und wie er kam: WESTBAM machte seinem Namen alle Ehre und rockte bis zum Umfallen! Krasse, innovative Tracks! So noch nie gehörte Sound-Strukturen! Mal smooth, mal punkig, mal HipHop, mal Trancy, mal straighter Techno! Aber immer mit stampfendem Bass! Das war der Knaller! Ich war sofort wieder wach. Und tanzte was das Zeug hielt!!,-)) Der Tanz-Stil Westbams ist unverwechselbar, einmal hatte ich Blickkontakt mit ihm und wir beide machten die irrsinnigsten Verrenkungen. Die musikhistorische Bedeutung von WESTBAM lässt sich am besten so beschreiben, wie es das MAYDAY-Booklet getan hat: “Maximilian Lenz aka Westbam ist der Vater der gesamtdeutschen Techno-Definition. Vordenker, Autor, Philosoph – Künstler. Sein neues Album ‘Götterstrasse No. 1’ belegt einmal mehr sein visionäres Schaffen.”

WestBam

WESTBAM

Dann folgte eine der aufstrebenden DJ-Größen Deutschlands: KLAUDIA GAWLAS! Fr. Gawlas werde ich noch in einer meiner nächsten Kolumnen näher beleuchten. Jetzt hieß es erstmal: Tanzen, tanzen, tanzen! Melodien? Braucht Klaudia nicht. Sondern nur: Krachende Kick-Drums, heiße Snares, treibende Hats und wilde, eruptive Bass-Lines bei ca. 130 – 180 bpm. An die schnellen Sets von Carl Cox erinnerte Klaudia mit ihrem treibenden Gig! Es war der Hammer! Ist selten geworden, dass ich bei nicht-melodischen Sachen dermaßen abgehe. Aber ich tat es! Ich dancte, fühlte mich wie auf dem Sonnen-Deck! Um mich herum: Heiße Mädels, coole Typen. Rechts von mir: Ein Mensch aus Lüdenscheid mit Sonnenbrille wurde einer meiner neu gefundenen Feier-Kameraden. Er war mit seinen Mädels und Jungs angereist, mit denen mein Kumpel SD schon vorher Bekanntschaft geschlossen hatte. Links von mir: Ein Spanier aus Barcelona, der auch sehr gut abging und zu meinem amigo especial de baile y de fumar wurde. Wie geil war das denn?!?! Was für ein Set, das alle zusammenführte! Hört selbst:

Erschöpft ging es zum Abschluss erneut zum EMPIRE Floor, um NIEREICH live zu genießen. Ein mir bis dahin unbekannter Act, der allerdings eine überzeugende Show ablieferte. NIEREICH kommt aus Graz, Österreich und hatte schon im letzten Jahr mit seinem düsteren Techno der MAYDAY-Meute eingeheizt. Alles richtig gemacht! 

Nach Hause mussten wir dann schon irgendwann. Mit dem Zug ging’s wieder zurück ins “normale” Leben. Auf dem Rückweg sagte ich zu SD: “Ich denke mal, nächstes Jahr bin ich wieder dabei!” Dabei! Tanzen! Auf der MAYDAY! Vielen Dank an die Veranstalter! Das war überaus gelungen! MAYDAY – MAYDAY – MAYDAY – MAYDAY … … …


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NIEREICH

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von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:

http://www.mayday.de/

http://www.mayday.de/events/mayday/2013/deutsch/_lineup_runningorder.htm/

http://erwischt.org/bilder/2013/april/mayday-dortmund

http://freakmuzik.net/2013/02/25/kolumne-16/


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