Reportage: SonneMondSterne Festival 2011 1


Reportage: SonneMondSterne Festival 2011

Globale Top-Acts & profane Tonausfälle

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MOBY – SWEDISH HOUSE MAFIA – CARL COX – CHEMICAL BROTHERS
ELLEN ALLIEN – ANTHONY ROTHER – JOHANNES HEIL – RICARDO VILLALOBOS
EXTRAWELT – GREGOR TRESHER – FOSS & STOXX – DJ RUSH – BOOGIE PIMPS
NEO LECTRO – FREYMANN – ATCON CLANK – C-STYYLE

Ein subjektiver Festival-Bericht: Freakmuzik-Reporter DiSTrActeD B @ SMS 2011!

Ja, ja. Hmm. Ja. Hä, was? Ach so, Schreiben? Äh, ja … Hmm, gar nicht so einfach nach dem vielen Tanzen. Waaas? Es ist schon Septermber?!!? Ok, gut, na gut dann. Jetze aber mal los.

Ja ja, Hmm. Und schon wieder ist ein weiteres grandioses SMS-Festival vorüber. Das mittlerweile 15. SonneMondSterne-Festival fand auch in diesem Jahr am 2. August-Weekend in Thüringen an der Bleilochtalsperre bei Saalburg statt. Nun sind – die Thüringer Behörden freuen sich sehr darüber – auch die letzten Zelte und Autos von den Hängen der wunderschönen Naturlandschaft zurück in den Treibsand namens Alltag verschwunden.

Wo sind die elektronischen Klänge hin? Wo ist die Atmosphäre geblieben? Gab es jemals ein Festival? …
Nun, wenn man den Erinnerungen von über 30000 (in Worten: dreißigtausend) Tanzwütige Glauben schenken darf, dann: JAAAA!!!
Auch in diesem Sommer hatte das SonneMondSterne – Festival einiges zu bieten: Internationale DJs und Music-Acts neben kleinen aber feinen Insider- und Underground-Größen. Und auch technische Pannenserien. Dazu später mehr.
Erstmalig gab es ein offizielles Party-Musik-Zelt namens „Music Camp“ draußen bei den Schlaf- und Parkplätzen. Organisiert von der Freakmuzik-Crew in Kooperation mit

Schalldruck-Music http://www.schalldruck-music.de
sYnonYm records http://www.facebook.de/synonymrecords
Beatcase-Booking http://www.facebook.de/BeatcaseBooking   

Kreucht & Fleucht
Toyaner Entertainment

beschallten wir auf der Park- und Zeltplatzanlage die Massen. „Nun, wir haben gut gerockt und die tanzenden Partyleute mit frischen Beats versorgt“, kommentierte später Mit-Organisator Martin Hollwitz alias Neo Lectro, Begründer von freakmuzik.net. Mal sehen, was daraus wird: Immerhin haben ja auch die heute sehr bekannten SMS-Acts Brandenburg Allstars als Zeltplatztruppe begonnen.
Mit am Start waren beim „Music Camp“ von der FM-Familie die Artists Neo Lectro, Freymann (aka Kay Ca Phono), Atcon Clank, C-Styyle u. v. m. Zudem noch weitere bekannte Namen wie Kevin Lundershausen oder Magru.
Und natürlich DiSTrActeD B, meine Wenigkeit … (Nadel springt von der Platte) … Äähm, nee, ich war überhaupt gar nicht dabei. Obwohl ich am Freitag in der Früh noch mein Netbook eingepackt hatte, nachdem Neo mich telefonisch um eine ganz spontane Live-Act-Session gebeten hatte.
Denn ich ließ mein Set auf dem Music Camp sausen, um die volle Festival-Breitseite und die dazugehörige DJ-Elite zu genießen.

freitag: die reise beginnt …

Zum SMS gefahren bin ich mit Sven alias SDfromheaven und Hue Gene, zwei sehr guten Freunden, mit denen ich auch schon 2010 in Saalburg abgedanct hatte. Eine coole Sache war auf jeden Fall das Angebot unserer Augsburger Nachbarn, uns ihr Zelt „zu leihen“. Da wir vor lauter Vorfreude die Zeltstangen und Heringe mal einfach so vergaßen. Danke noch mal, Jungs! (FC Augsburg Olé!) Ich hatte natürlich wieder kein eigenes Zelt und keinen Schlafsack mit – was schon Tradition auf meiner Festival-Odyssee seit 2005 hat. So musste ich alle Nächte im Wigwam unter einer für mich viel zu kurzen Iso-Matte als quasi Schlafdecke verbringen. Was manchen SMS-Besucher, der in unser Zelt schielte, zu schönen Lachausbrüchen um 7 Uhr morgens veranlasste. Hihi!
Wir trennten uns am Freitagabend, Hue Gene verbrachte die ganze Nacht im DrumAndBass-Zelt. Sven und ich, wir frönten dem straighten, aber druckvollen Beat. Im letzten Jahr hatten wir noch mit Paul von http://www.erwischt.org  , Basti & Co dem smoothen Muna-Minimal-Zelt häufige Besuche abgestattet. In diesem Jahr hieß es: „Voran!“ Beginnend mit DJ Rush. „Zum langsamen Eintanzen“, wie Sven ironisch meinte.
Dann ging es weiter wie geplant zu Anthony Rother. Obwohl Rother ein bekannter Artist bei Cocoon Records ist, ließ er Johannes Heil den Vortritt im Cocoon-Zelt und spielte daher zeitgleich im Dusted-Decks-Tent. Beziehungsweise wollte spielen. Denn Rothers Gig verzögerte sich um mehr als mindestens eine halbe Stunde, da sich soundtechnisch so lange nix bewegte. Die Partymeute feierte trotzdem, machte eigene Rhythmen mit leeren Cola-Flaschen und Händeklatschen. Nur Sven und ich, wir starrten uns grinsend an: „Na, kriegt ihr’s hin??!“ Besonders ich fragte: „Hmm, wieso haben sich denn kurz vorher noch bei Foss & Stoxx die Vinyls gedreht? Sind doch dieselben Turntables?“ Irgendwann gingen wir dann, ab ins Cocoon-Zelt zu …
Ricardo Villalobos: Was ein geiles Set! Nicht zu derbe, aber immer schön groovend. Ab und zu extrem verspielt, dann wieder etwas böser – aber immer tanzbar. Der schlanke Ricardo ging im weißen Unterhemd fett ab. Eine mir unbekannte Platte ging ebenso übelst ab. Und nach circa 3 Minuten schrie Sven mir ins Ohr: „Ey, Mann! Die Platte hat nicht mal ne Kick-Drum. Und rockt trotzdem wegen der krassen Bassline!“ Oh ja, genau. Was für eine Produktion!
Jenes Villalobos-Set unterbrachen wir dann kurzzeitig. Um Moby, DEN Top-Act des SMS 2011 zu hören. Doch extrem dicker Regen vermieste uns die Stimmung auf der unüberdachten Mainstage-Tanzfläche. „Komm, wieder zurück zu Ricardo!“, hieß es dann schnell. Unsere Augsburger Freunde meinten am nächsten Tag: „Also Moby war schon cool. Spielte viele seiner Chart-Hits. Und als der Regen nachließ kam dann: ‚It’s Raining Again‘!“ Egal, weiter tanzen.
Und zwar bei Caaaaaarl Cox: Ja, Carl Cox war schon ein deftiges Tanzerlebnis: Ich war total platt nach seinem 2 Stunden Stakkato-Gig. Ohne Pause, immer weiter …immer weiter … imm … er … wei … ter …

(Coxische Klänge: Carl Cox lässt die Schwarte krachen!)

Den perfekten Absacker lieferte uns dann Gregor Tresher. Er ließ kraftvolle, aber auch teilweise harmonische Prog-Tech-Klänge vom Stapel. Und tanzte sich dabei tierisch ein. Der Masse und uns gefiel’s. Auch wenn ich nur noch platt an einer Kippe zog, gegen das Metallgeländer gelehnt, mit dem Kopf nickend.

SAMSTAG NACHMITTAG: i’m on my way

Ja, ich bin auf meinem Weg. Auf dem Weg zum „Music Camp“ meiner Freakmuziker. Ganz ehrlich: Ich hab’s nicht gefunden! Bei all den Feierleuten, Autos, Pickups, LKWs, Zelten, Stühlen, Tischen, Bierfässern, Flaschen, Dosen, Soundanlagen, rumpelnden Bässen hab ich’s nicht gefunden. Dafür aber sehr nette Leute aus dem Harz, aus Österreich und der Schweiz kennengelernt. Na ja, und ne schöne Sommer-Rodeltour auf der Bergspitze mit Hue Gene gab es auch noch.

(Wo bitte geht’s hier zum „Music Camp“?)

SAMSTAG NACHT: etwas wundervolles

Die Nacht begann mit Ellen Allien. Die Berliner Techno-Queen rockte gewohnt auf hohem Niveau. Der Grundstein war gelegt.
Danach ab zu den Chemical Brothers, eine meiner persönlichen Enttäuschungen des Festivals. Das Duo spielte ein 90er-Retro-Set, in dem ab und zu Elemente ihrer großen Hits wie „Hey Boy Hey Girl“ oder „Star Guitar“ aufblitzten. Jedoch haute uns dieses Angebot überhaupt nicht vom Hocker.
Etwas geerdet suchten wir unser Tanzglück bei Extrawelt, die fast schon Chill-Out spielten, angesichts unserer bisherigen temporeichen Ausflüge. Doch Extrawelt begeisterte mich wie eh und je mit ihren innovativen Sounds. Nur war das Klima im Zelt so derbe feucht und heiß, dass es mich irgendwann nach draußen verschlug. Frische Luft tat gut. Die im Wasser stehende Buddha-Statue am Strand inspirierte mich zu einer kleinen Mini-Meditation, eine seelische Pause die recht passend war bei all dem bunten Treiben.

Meine Aufmerksamkeit verstärkte sich danach wieder ungemein. Nun war es soweit: Die aktuell stark angesagte Swedish House Mafia (Axwell, Steve Agnello, Sebastian Ingrosso) fing an zu spielen. Sie startete den Auftritt mit ihrem eigenen Remix der letzten Coldplay-Single … und dann wieder „Knack!“ Kein Sound mehr, wieder ein Tonausfall. Und das auf der Mainstage! Ich sah die schemenhaften Umrisse des schwedischen Trios nervös auf die Arbeitsfläche schauen, rumbasteln, hektisch rumfummeln. Doch als der RMX Sekunden später von Neuem ertönte, fingen alle wieder wie wild an zu tanzen, als ob es nie eine Unterbrechung gegeben hätte. Das nenn ich mal im JETZT leben 😉
Die Boogie Pimps bildeten meinen ganz persönlichen Abschluss mit einer sauberen Show.

sonntag: kinder im kreis

Sie kamen mir alle vor wie Kinder im Kreis. Freiwillig Gefangene in einer Zeitschleife, in einer Dance-Zeitschleife. Sie kannten kein Ende mehr, immer weiter um sich selbst kreisend. Auch Sven und Hue Gene machten sich am Sonntag um 14 Uhr nochmal auf dem Weg zu den Tanzflächen, während ich langsam aufbrach ins normale Leben. Im Zug lernte ich noch einen coolen Menschen aus Minden kennen, dessen Namen ich bereits vergessen habe. Dude, wenn Du das liest: „Sei gegrüßt, Alter! Wir sehen uns … beim nächsten Sonne Mond und Sterne!“ So Gott will!

„Die Sonne lehrt allen Lebewesen die Sehnsucht nach dem Licht. Doch es ist die Nacht, die uns alle zu den Sternen erhebt.“ (Zitat: Khalil Gibran)

 

 

 

 

 

 

 

 

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all @ FreakMuzik(.net)!
von A. Boos (DiSTrActeD B)

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Auf zu den Quellen:
http://www.sonnemondsterne.de

http://festivalguide.de/festival/99084/sonnemondsterne-festival-2011/


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