Kolumne No. 13 (mar2012)

Freak’s DVD-Tip: Mit dem UFO in den TRESOR

Doku zur Historie des unsterblich gewordenen Berliner Clubs kommt
Tilmann Künzel: “SubBerlin – The Story of Tresor”, 2012, Tresor Records (rough trade)


Am 2. April 2012 erscheint die DVD „SubBerlin – The Story of Tresor“.
Die Doku erzählt die 21-jährige Geschichte des Kult-Techno-Clubs der Hauptstadt und kommt inkl. einer Sampler-CD mit tollen Tresor-DJs wie Monika Kruse.

 

DOKU-DVD „SUBBERLIN – THE STORY OF TRESOR“

EINE KURZE TRESOR-GESCHICHTE

ERFAHRUNGSBERICHTE VOM ALTEN TRESOR

 

DOKU-DVD „SUBBERLIN – THE STORY OF TRESOR“

Die Raveline hat schon drüber berichtet, De:Bug hat schon drüber berichtet, INTRO hat schon drüber berichtet – und wenigstens ein EINZIGES Mal möchte die FreakMuzik!-Kolumne auch im angepassten Strom der Aktualität mitschwimmen und ganz klassisch im BILD-Stil bei den Anderen abschreiben. Aber das Thema, über das berichtet wird, ist es auch wert, dass wir es besprechen. Es geht um den berühmten Tresor Club in Berlin – ehemals in der Leipziger Straße zu Hause, heute in der Köpenicker Straße angesiedelt: Meine Damen und Herren, Ladies and Gentlemen, Mesdames et Messieurs – wir stellen heute mit äußerst überzeugter Gesinnung und nostalgischer Verehrung die DVD “SubBerlin – Story of Tresor Club” vor. In wenigen Tagen erscheint der Dokumentarfilm über den Berliner Tanztempel, der beim Portobello-Film-Festival 2008 in London als beste Musikdokumentation ausgezeichnet wurde. Regisseur Tilman Künzel ist Tresor-Besucher der ersten Stunde – und begab sich mit seinem Film auf eine technoide Zeitreise.

 

EINE KLEINE TRESOR-GESCHICHTE

Es begann alles im „UFO“, ein Jahr nach der deutschen Wiedervereinigung. Der Untergrund-Schuppen UFO, eingerichtet in den Katakomben des Berliner Ex-Kaufhauses Wertheim in der Leipziger Straße war der Vorreiter des späteren Techno-Clubs Tresor. Der Name UFO scheint nicht zufällig gewählt, sondern passt perfekt in den damaligen Zeitkontext. Im UFO-Gründungsjahr 1990 kam es zu Massensichtungen von Unbekannten Flub-Objekten über Deutschland, Russland, Mexiko und vielen anderen Ländern. Belgiens Luftwaffe und die NATO-Militärbasis im belgischen Glons jagten gemeinsam im März ’90 mit hochmodernen Kampfjets die berüchtigten Dreiecks-UFOs im belgischen Luftraum. Meldungen über die erfolglose wie unerklärliche Jagd standen vielfach in den europäischen und weltweiten Medien. Zurück nach Berlin, wo ein Jahr später Tresor-Gründer Dimitri Hegemann den umfunktionierten Tresorraum des ehemaligen Wertheim-Kaufhauses offiziell umbenennt und das Plattenlabel Tresor Records ins Leben ruft. Techno-Guru Sven Väth legte seitdem jährlich analog zur Love Parade im „Tresor-Park“ auf. Weitere DJ-Legenden wie Jeff Mills, Wolle XDP, Tanith, Paul van Dyk, DJ Rolando, Kenny Larkin, Neil Landstrumm, Cristian Vogel oder Kevin Saunderson gingen und gehen als Residents im Tresor ein und aus. Detroit Techno und Berlin – das ist bis Heute eine dufte, fetzige Mischung geblieben. Das Besondere am alten Tresor war sein mysteriöser, schweißtreibender Keller – und sein luftig-chilliger Außenbereich im Garten. Gäste kamen von Nah und fern, der Tresor war ein beliebter Magnet für Berliner, Auswärtige und für das internationale Tanzpublikum.

April 2005 fand eine grandiose Abschluss-Sause für den alten Tresor statt – das Kaufhaus Wertheim wurde im Mai niedergerissen. Letztmalig erbebte der alte Tresor-Keller. Seit 2007 befindet sich der neue Tresor im ehemaligen Heizkraftwerk in Berlin-Mitte, Köpenicker Straße. Auch die neue Location erfreut sich größter Beliebtheit in der Berliner Party-Szene. Der Tresor wird wohl auch in Zukunft nicht so schnell verschlossen werden …

 

ERFAHRUNGSBERICHTE VOM ALTEN TRESOR

Ein heißer Samstag in Berlin, es ist der 13. Juli 2002, es geht Richtung Siegessäule. Das Motto heißt “Access Peace” und es wird getanzt, gefeiert, gelacht, getrunken, geliebt, gebrochen und gef**** bis zum Umfallen. Der Kenner weiß es schon: Es ist LOVEPARADE-Time! Ich war vor 10 Jahren mit Reno aka KTH in der Hauptstadt, um mir die Parade mal näher in Augenschein zu nehmen. Nach der Parade ging es dann erstmalig (und leider auch das letzte Mal für mich bisher) in den TRESOR-Club. Es war eine spontane Idee, die wir bis heute nicht bereuen. Es wurde ein geniales, unvergessliches Tanz-Erlebnis inmitten bester Partypeople und hypnotischer Sounds …

Meine gute Freundin Katrin aus dem juten alten Stackelitz ließ es sich nicht nehmen – und feierte den Tresor-Abschluss 2005 mit guten Freunden, auch war Spud mit von der Party. Katrin schwärmt noch immer – und ich bedauere, dass ich damals nicht mitgekommen bin. Sie erinnert sich: „Auf jeden Fall hat mich schon der Garten total erfreut mit dem kleinen Teich, dem plätschernden ‚Wasserfall‘ und den Bierzeltgarnituren. Kleine Lichter überall und das warme Wetter. Hmmmm….. war ja schliesslich Sommer. Total liebe Mädels aus Holland und Spanien hab ich kennengelernt und an den Klotüren und Wänden hatten sich schon sehr viele Gäste aus aller Welt verewigt. Das war echt schön zu lesen, weil offensichtlich alle den Club geliebt haben …“ Ach ja, Memories …

„In den Techno-Kellern hat die Wiedervereinigung zuerst stattgefunden, das wollte ich zeigen. Und auf eine kulturelle Leistung hinweisen, die bis heute negiert wird.“

(Tilmann Künzel)


Hattet und habt Ihr Spaß im alten und neuen TRESOR?

Schreibt uns:
kolumne[at]freakmuzik.net
oder über Soundcloud, Twitter, Facebook
all @ FreakMuzik(.net)!

von A. Boos (DiSTrActeD B)

 

Auf zu den Quellen:

http://www.raveline.de/news/subberlin-die-geschichte-vom-tresor-club-auf-dvd-erhaltlich
(Ankündigung in der Raveline zu „SubBerlin – Story of Tresor“)

http://www.amazon.de/Subberlin-Story-Tresor-Various/dp/B007BWUGFY
(DVD auf Amazon bestellen)

http://tresorberlin.com
(Homepage vom Tresor)

http://de.wikipedia.org/wiki/Tresor_%28Club%29
(Der Tresor auf Wikipedia)

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: