Cinematische Collage aus Musikstudio, Audio-Produktion und kreativer Campus-Atmosphäre im FM!-Style

SAE Institute. Vielleicht beginnt die nächste große Karriere genau hier

Es gibt Orte, an denen man etwas lernt. Und es gibt Orte, an denen zwei Menschen in einem Kurs sitzen, feststellen, dass sie musikalisch ziemlich ähnlich ticken – und daraus irgendwann Pan-Pot entsteht. Tassilo Ippenberger und Thomas Benedix lernten sich am SAE Institute in Berlin kennen und besuchten dort den Electronic Music Production Kurs. Heute gehören Pan-Pot seit mehr als zwei Jahrzehnten zu den international etablierten Namen der elektronischen Musik, spielen auf den großen Bühnen und Festivals der Welt und haben mit Second State ihr eigenes Label aufgebaut. Das ist natürlich keine Garantie dafür, dass hinter jeder Studiotür am SAE Institute der nächste internationale Techno-Headliner wartet. Aber es ist ein ziemlich lebendiger Beweis dafür, was passieren kann, wenn Ausbildung, Technik, Netzwerk, Kreativität und die richtigen Menschen zur richtigen Zeit am gleichen Ort zusammentreffen.

Die Geschichte von Pan-Pot liest sich rückblickend beinahe zu perfekt. 2003 treffen sich Tassilo und Thomas am SAE Institute in Berlin. Beide zieht es tief in Richtung elektronischer Musik und Techno, beide beginnen gemeinsam zu produzieren und entwickeln Stück für Stück ihren eigenen Sound. Es entstehen Kontakte in die Berliner Szene, der Weg führt zu Anja Schneider und dem damals noch jungen Label Mobilee, Releases folgen und 2007 erscheint mit Pan-O-Rama das Debütalbum. Aus zwei Studenten werden internationale Artists. Später folgen Auftritte auf Festivals und Veranstaltungen wie Time Warp, Awakenings, Glastonbury oder Tomorrowland und schließlich mit Second State das eigene Label. Wichtig ist dabei: SAE hat Pan-Pot nicht „gemacht“. So funktioniert eine Karriere nicht. Talent, Beharrlichkeit, Timing, Kreativität und eine gehörige Portion Eigeninitiative kann dir keine Ausbildungsstätte abnehmen. Aber SAE war jener Ort, an dem sich zwei Menschen begegneten, aus deren gemeinsamer Leidenschaft etwas entstand, das Jahrzehnte später weltweit Bestand hat. Und genau darin steckt vielleicht eine der spannendsten Qualitäten solcher Einrichtungen.

Pan-Pot als dunkles Techno-Portrait im FM!-Style mit rotem und blauem Licht
Pan-Pot. Eine der Geschichten, die zeigt, wohin Begegnungen, Talent und Netzwerk führen können.

Mehr als Mischpult und Tonstudio

Wer beim SAE Institute ausschließlich an Recording, Mischpulte und Tontechnik denkt, hat zwar nicht völlig Unrecht, denkt inzwischen aber deutlich zu klein. Die ursprüngliche DNA liegt selbstverständlich im Audio-Bereich, doch SAE hat sich über Jahrzehnte zu einer breit aufgestellten Ausbildungslandschaft für die Kreativ- und Medienbranche entwickelt. In Deutschland ist das Institut mit Standorten unter anderem in Berlin, Bochum, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, München, Nürnberg und Stuttgart vertreten. Die Fachbereiche reichen heute von Audio Engineering, Music Production und Music Business über Film, Games, Animation, Design und Content Creation bis zu Software, Eventtechnik und weiteren kreativen Disziplinen.

Gerade für uns bei freakmuzik.net ist natürlich die musikalische Seite besonders spannend. Denn Musikproduktion ist längst keine Disziplin mehr, die nur daraus besteht, ein Mikrofon korrekt aufzustellen und einen Kompressor richtig einzustellen. Moderne Producer bewegen sich zwischen klassischem Recording, Software, Synthese, Sound Design, immersiven Audioformaten, Live-Setups, Content, Selbstvermarktung und inzwischen selbstverständlich auch künstlicher Intelligenz. Genau deshalb wird es immer interessanter, wie Ausbildungsstätten auf diesen Wandel reagieren und welche Fähigkeiten junge Kreative heute lernen müssen, wenn sie nicht für die Musikindustrie von gestern, sondern für die von morgen vorbereitet werden sollen.

Der entscheidende Punkt bleibt dabei die Praxis. Wer Musik produziert, Filme dreht, Games entwickelt, Events technisch begleitet oder digitale Inhalte erschafft, muss am Ende nicht nur erklären können, wie etwas theoretisch funktioniert. Er muss etwas erschaffen können. Audio Engineering bedeutet deshalb nicht nur Signalwege, Akustik und Theorie, sondern Recording, Editing, Mixing, Mikrofonierung, Produktion und den Umgang mit realen Studiosituationen. Dazu kommt ein Faktor, der sich kaum in einem Lehrplan messen lässt: das Netzwerk.

Und genau dieses Netzwerk kann später enorme Bedeutung entwickeln. Kreative Karrieren entstehen selten nach einem vollkommen geraden Plan. Der zukünftige Produzent trifft während seiner Ausbildung vielleicht den Sänger für sein nächstes Projekt. Eine Filmstudentin lernt jemanden aus dem Audio-Bereich kennen, der später ihre Produktionen vertont. Ein angehender Engineer sitzt mit einem Künstler im Studio, der fünf Jahre später plötzlich international durchstartet. Oder eben zwei angehende elektronische Musiker treffen aufeinander und werden irgendwann Pan-Pot.

Vom SAE Campus bis zum Grammy

Dass solche Wege nicht nur theoretisch existieren, zeigen zahlreiche ehemalige SAE-Studenten. Hans-Martin Buff beispielsweise arbeitete im Verlauf seiner Karriere als Recording Engineer und Produzent mit Namen wie Prince, Chaka Khan und den Scorpions und wurde für seine Arbeit im Bereich immersiver Audioproduktion ausgezeichnet. 2025 gewann er einen Grammy für den Dolby-Atmos-Mix von Peter Gabriels Album i/o.

Auch Jan Stahlmann, der Audio Engineering am SAE Campus Hamburg studierte, schlug später einen Weg in die professionelle Musikproduktion ein und war als Recording Engineer an Produktionen beteiligt, die internationale Auszeichnungen erhielten. Wieder ein anderer Weg führt zu Produzenten wie Alexander Niepel alias BeatsByA, dessen Credits Künstler aus Rap und Hip-Hop wie Ufo361, Capital Bra, Sido, Bushido, Haftbefehl, RAF Camora, Bonez MC oder Gzuz umfassen.

Mit Eric Horstmann findet sich ein weiteres Beispiel dafür, wie breit die möglichen Karrierewege sind. Nach seinem Audio-Engineering-Studium in Berlin arbeitete er als Dolby-Atmos-Mixing-Engineer und war unter anderem an Produktionen für etablierte Künstler aus dem deutschsprachigen Musikmarkt beteiligt. Und das Entscheidende daran ist weniger die Frage, wer am Ende mit welchem Star im Studio stand. Spannend ist vielmehr, dass hinter diesen Karrieren jeweils irgendwann ein Punkt lag, an dem jemand angefangen hat, seinen Weg professionell zu verfolgen.

SAE ist deshalb keine automatische Eintrittskarte in eine große Karriere. Das wäre eine völlig falsche Erwartung. Aber es kann ein Beschleuniger sein. Ein Ort, an dem aus Interesse Wissen wird, aus Wissen Praxis, aus Praxis Qualität und aus zufälligen Begegnungen plötzlich Netzwerke und Projekte entstehen.

Deutsche POP und ein wachsendes Ausbildungsangebot

Auch strukturell hat sich bei SAE zuletzt einiges verändert. Nach der Insolvenz der Betreibergesellschaft der Akademie Deutsche POP Ende 2023 wurden Anfang 2024 verschiedene Fachbereiche und Ausbildungsangebote von SAE übernommen beziehungsweise integriert. Dabei erhielten zahlreiche Studierende die Möglichkeit, ihre bereits erbrachten Leistungen anerkennen zu lassen und ihre Ausbildung fortzuführen. Bereiche wie Synchronsprechen, Foto- und Mediendesign, Moderation oder Grafikdesign erweiterten damit das ohnehin schon breite Spektrum.

Dabei sollte man eines sauber auseinanderhalten: Die Akademie Deutsche POP ist nicht die Popakademie Baden-Württemberg. Letztere ist eine eigenständige Hochschule in Mannheim. SAE übernahm vielmehr Teile und Ausbildungsgänge der früheren Akademie Deutsche POP und hat dadurch sein eigenes Portfolio weiter verbreitert.

Und genau diese Entwicklung ist interessant. Aus der einst stark auf Audio und Medienproduktion fokussierten Institution wird immer stärker ein Ort, an dem unterschiedlichste kreative Gewerke aufeinandertreffen. Musiker, Produzenten, Designer, Filmemacher, Content Creator, Games-Entwickler und Techniker sitzen nicht mehr zwangsläufig in vollständig voneinander getrennten Welten. In einer Kreativindustrie, in der Musik längst gleichzeitig Sound, Video, Social Content, Branding, Live-Erlebnis und Technologie ist, kann genau diese Nähe zu anderen Disziplinen entscheidend sein.

SAE Institute Leipzig mit Empfang, Workspace, Studierenden und Audio-Arbeitsplätzen in einer FM!-Collage
SAE Leipzig. Lernen, produzieren, ausprobieren, vernetzen.

Wir wollen wissen, wie es wirklich aussieht

Und hier beginnt für uns bei FM! | freakmuzik.net eigentlich der spannendste Teil.

Denn uns interessiert weniger die Hochglanzbroschüre. Uns interessiert, was hinter den Türen passiert.

Wie sieht ein echter Tag am SAE Institute aus? Was lernen junge Producer heute tatsächlich? Wie verändert künstliche Intelligenz bereits jetzt die Ausbildung? Welche Tools werden verwendet? Welche Rolle spielen Hardware und klassische Studiotechnik noch? Wie denken Dozenten über Streaming, Social Media, immersive Audioformate und eine Musikbranche, deren Spielregeln sich permanent verändern?

Und vor allem: Wie erleben die Schüler und Studenten selbst diese Zeit?

Welche Erwartungen bringen sie mit? Wollen sie Producer werden, Engineer, Artist, Manager, Designer oder vielleicht etwas, für das es heute noch gar keine vernünftige Berufsbezeichnung gibt? Was funktioniert gut? Was überrascht sie? Wo liegen die größten Herausforderungen? Und wie viel von einer späteren Karriere entsteht tatsächlich im Unterricht – und wie viel vielleicht abends im Studio oder beim Gespräch mit dem Menschen, der zufällig am Rechner daneben sitzt?

Genau deshalb freuen wir uns bei freakmuzik.net, in den kommenden Monaten intensiver über SAE berichten zu dürfen. Und wir wollen dabei nicht nur von außen draufschauen.

Wir wollen rein.

Wir werden euch mitnehmen, vor Ort Einblicke geben, hinter die Kulissen schauen und mit Schülern, Studenten und Dozenten sprechen. Wir wollen Studios sehen, Projekte kennenlernen, Technik anfassen, Arbeitsweisen verstehen und Menschen treffen, die gerade erst beginnen, ihren Platz in der Kreativbranche zu finden. Wir wollen über neue Ausbildungsmodelle sprechen, über Musikproduktion, Audio, Technologie und KI. Über die Chancen der Branche, aber genauso über ihre Veränderungen und Herausforderungen.

Vielleicht bekommen wir dabei sogar den einen oder anderen geheimen Blick in die Zukunft.

Denn genau das macht die Geschichte von Pan-Pot rückblickend so schön. 2003 waren Tassilo Ippenberger und Thomas Benedix noch nicht das international bekannte Techno-Duo, das heute auf den größten Bühnen spielt. Sie waren zwei Menschen am SAE Institute in Berlin, die eine gemeinsame Leidenschaft für elektronische Musik entdeckten.

Was daraus geworden ist, wissen wir heute.

Viel spannender ist die Frage, welche Geschichten gerade erst anfangen.

Vielleicht sitzen irgendwo an einem SAE Campus in diesem Moment zwei Leute nebeneinander, schrauben seit zwei Stunden an einer Kickdrum herum, diskutieren vollkommen ernst darüber, ob ein Hi-Hat drei Dezibel zu laut ist, und haben nicht die geringste Ahnung davon, dass wir zwanzig Jahre später einmal über genau diesen Moment schreiben könnten.

Diesmal wollen wir ein bisschen früher dabei sein.

FM! goes SAE. Menschen. Studios. Wissen. Zukunft.


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